Didis falscher Abschlag – Bahn 17

Der Monatsbecher Juni bot den Spielern in Flight 7 die gesamte Palette dessen, was den Golfsport so faszinierend macht. Und wenn dann alle drei das Ganze noch zum Team-Event machen und ein gemeinsames Ziel verfolgen … Gut, dass Didi Wedegärtner penibel Protokoll führte.

Birdie-Fire beim Monatsbecher

Das Protokoll einer denkwürdigen Herrenrunde

Unser Monatsbecher geht über 18 Loch mit aufsteigend nach Handicap Index gebildeten Flights. Somit begeben sich jeweils drei oder vier Golfer und/oder Golferinnen ähnlicher Spielstärke auf eine gut vierstündige Runde (zur Dauer später mehr). Pfingstmontag kamen mit Helmut, Manni und mir sogar drei Herren im besten Alter zusammen, die so noch nie miteinander gespielt hatten und deren HCPI nur 0,9 aus- und damit ähnlich nah beieinanderlagen wie ihre Humorebenen – weshalb wohl auch während der gesamten Zeit nicht ein Herrenwitz erzählt wurde.

Schon vor dem ersten Abschlag trieb uns einzig die Frage um, wie viele Runden diese Runde wohl verursachen würde. Und siehe da: Helmut und Manni ließen ihre Bälle sicher auf dem Fairway landen, während mein unter den Wind gespielter es gerade so ins Semi-Rough neben dem Damen-Abschlag schaffte. Da der aber hinten gesetzt war, hatte ich die Lady-Runde um eine Schlägerlänge verfehlt. Diese beeindruckende Distanzkontrolle machte Mut für die bevorstehenden 17 Abschläge.

Auf der 2 sprang Helmuts Ball ins Rough. Den würden wir finden, doch Tim hatte alle zuvor per SMS daran erinnert, dass in solchen Ausnahmefällen auch provisorische Bälle erlaubt seien. Helmut spielte also einen, und natürlich fanden wir seinen ersten sofort nach 2:53 Minuten. Auf Abschlag 3 schlug ich locker über die Hecke knapp hinter das Grün – leider war es das von Bahn 2. Manni zeigte, dass es auch anders geht, nämlich neben die Hütte, und Helmuts Ball flog in hohem Bogen direkt auf die Fahne zu, kehrte plötzlich um und bohrte sich in den Bunker. Drei Bälle, keiner drauf.

Langsam wurden wir unruhig – nach drei Bahnen hatten wir immer noch nichts zu begießen. Manni erlöste uns auf der 4: Ein entspannter 20-Fuß-Putt vom Vorgrün brachte das erste Birdie. Wir lagen glänzend in der Zeit und liefen am Abschlag 5 auf Flight 6 auf, der warten musste, weil weiter vorn der Westwind wie üblich seine Opfer forderte. Einige Minuten später baten auch wir die auf der 11 Spielenden gleich dreimal pflichtgemäß und lauthals um „FOOORE-sicht“ und in die Hocke. Um zwei Bälle und weitere acht Minuten ärmer verließen wir Grün 5, kamen aber auf der 6 mit drei Kugeln aus und fanden wieder Anschluss. Auch, weil uns Helmut mit einem entspannten 20-Fuß-Putt vom Vorgrün das nächste Birdie bescherte.

Die erneute Wartezeit an der 7 nutzten wir für logistische Überlegungen: Falls wir diesen Schnitt hielten – hatte Helmut genug Betten frei, um Manni und mir die fällige Ausnüchterung zu ermöglichen? Sekunden später schrie mein Ball aus dem Rough vor dem Damen-Abschlag nach einer raschen Antwort. Neben Grün 8 ermöglichte Manni Helmut den Schlag des Tages, als er dessen Ball kurz vor der 3-Minuten-Sirene auf dichtem Gestrüpp in 37 Zentimeter Höhe fand. Jeder andere hätte ihn für unspielbar erklärt, aber Beckenrandschwimmen? Nicht mit unserem Präsidenten: Ein kurzer Blick ins Bag, ein kurzer Griff ums Eisen 7, ein kurzer Schwung mit viel Gefühl und der Ball lag zum Par-Putt auf dem Grün. Hörten wir da Bernhard Langer auf seinem Baum applaudieren? Er hätte sicher gern mitgespielt …

Auf Abschlag 9 peilten Helmut und ich das Fairway der 10 an. Manni hatte es raus:  aufs Gasthaus zielen und mittig auf dem richtigen landen. Da ich selbiges bis zum Grün schonte und wir somit links im Rough noch mal zwei Minuten lang unsere Balldepots auffüllten, konnten wir an der 10 zügig weiterspielen. Angesichts unserer dort rausgehauenen Abschläge äußerte Helmut den Verdacht, wir könnten vielleicht doch Golf spielen, was ich aber eingedenk meiner noch nicht vollends verdrängten Erlebnisse auf der 1 und der 7 nicht uneingeschränkt bejahen wollte.

Wir hatten jetzt nach vorn und hinten Luft, was sich in drei zügigen Bahnen ohne Highlights, aber auch ohne Niederschläge widerspiegelte. Die kamen auf einen (oder besser: nach dem zweiten) Schlag auf Bahn 13: Peitschender Regen von vorn, der uns Schönwetterspieler hinter unseren Schirmen in Deckung gehen ließ. Genauso rasch klarte der Himmel wieder auf, und Helmut erntete zweimal mehr höchstes Lob für seine damalige Entscheidung, den Golfplatz nicht hinter Finkes Möbelbude anzulegen, sondern hier oben – einfach grandios, diese Aus- und seine Weitsicht!

Und was ein paar warme Worte doch ausmachen: Er haute nun bis zur 17 vier Pars in Folge raus, Manni zog auf der 16 und 17 souverän nach. Ich erhielt immerhin für einen Kunstschlag aus der Penalty Area neben der 16 Anerkennung – sie machte  das Doppel-Bogey etwas erträglicher. Was mich daran erinnerte, dass ich uns ja noch ein Birdie schuldig war. Das gelang auf der 17 mit einem zittrigen Zwei-Fuß-Putt, woraufhin ich flugs unter den strengen Blicken der Zeitnehmer Tim und Dietmar auf der 18 noch eins drauflegte. Was für eine höchstens viereinhalbstündige Runde – und die im Gasthaus nicht mehr geschafften holen wir noch nach!

Euch allen ein schönes Spiel!
Euer Didi

 

Didis falsche Abschläge auf den Bahnen 1 bis 16 findest Du | HIER |.