Didis falscher Abschlag - Bahn 6

Didi Wedegärtner ging voller Selbstvertrauen in seinen ersten Golfwinter und war überzeugt, dass er allein durch fleißiges Spielen die Basis fürs im Frühjahr geplante Knacken der 36er-Marke schaffen würde. Auf Bahn 6 räumt er erstmals ein, dass er sich da wohl ein ganz klein wenig überschätzt hatte. Nur gut, dass Björn lediglich eine kurze Winterpause machte und sich der Sache annahm!

„Björn (und/oder Olli), wir müssen reden!“

Warum es gut ist, dass unsere Pros nur kurze Winterpausen machen

Während des Einsteigerkurses hatte Björn erwähnt, dass es durchaus Sinn mache, auch nach Erlangung der Platzreife die eine oder andere Minute ins Techniktraining zu investieren. Oder sogar seinen Schwung von A wie Ausholen bis Z wie Zisch unter den geschulten Augen eines Pros zu verbessern. Und dass sich dazu die Winterzeit besonders eigne: Es sei ja eh nicht übermäßig reizvoll, bei eisigen Böen oder langsam hochkriechender Kälte zwei Stunden über die Wiese zu gehen. Warum dann also nicht im Einzel- oder Gruppenunterricht an Grundschlägen oder ausgewählten Themen feilen, um im Frühjahr richtig durchstarten zu können?

Das hörte sich ganz gut an, aber passte dieser Schuh auch mir, der ich mich doch ohne jedwede Nachhilfe mit einem 38er-Handicap in meine erste Winterpause gespielt hatte? Ich hatte schließlich eh nicht vor, mich jetzt ein paar Monate aufs Sofa zu legen, sondern wollte so viele Runden wie möglich spielen. Warum sollte es mir dann nicht gelingen, mich weiter zu verbessern und so die Basis für ein erfolgreiches 2017 zu schaffen – einfach nur durch learning by doing? Zumal ich spitzgekriegt hatte, dass im Internet Dutzende von Pros Hunderte von Videos zu allen möglichen Technikproblemen bereitstellen. Dort würde ich bestimmt fündig, falls ich mal schnelle Hilfe brauchte. Hin und wieder vertraten die Protagonisten zwar einander widersprechende Auffassungen, aber warum sollen nicht viele Wege zu weniger Schlägen führen?

Wann immer es nur ging, war ich also auf dem Platz. Meist auf der Haxterhöhe, weil dort der Wind die Fairways noch recht trocken hielt. Ich muss allerdings einräumen, dass ich generell auf einer Privatrunde nicht so konzentriert bin wie während eines Turniers – und wenn ich dann auch noch meinen vierbeinigen Caddy, der zudem damals gerade erst für die Platzreife übte, im kurzen Augenblick habe, geht der Schlag erst recht in die Wicken. Anfangs spielte ich trotzdem meist in der näheren Umgebung meines Handicaps. Nach dem Jahreswechsel wanderten die Scores jedoch Schritt für Schritt nach oben, und mit jeder Runde mehr nagte mehr und mehr der Verdacht in mir, dass das nicht allein am Hund und auch nicht nur am Platz liegen könnte. Denn ich verbriet nicht nur die Bälle vom Fairway, sondern auch die aufgeteeten vom Abschlag.

Mit Blick auf den unversehens mit Riesenschritten nahenden Saisonbeginn wurde ich nun doch leicht nervös – sollte etwa die anvisierte frühe Unterspielung gefährdet oder gar unmöglich sein? Im Netz fand ich nicht wirklich Hilfe, sondern verhedderte mich nur darin: Weil ich nicht wusste, was ich überhaupt angeln wollte, fischte ich nämlich überwiegend im Trüben. Mit zitternden Händen tippte ich auf abgekauten Fingernägeln „Björn, wir müssen reden!“ ins Handy. Machen wir es kurz: Nach der Besprechung meiner Anamnese und einigen das ganze Elend schonungslos offenlegenden Demoschlägen fingen wir noch mal von ziemlich weit vorne an und feilten in den folgenden Unterrichtsstunden am großen Ganzen wie auch an den kleinen Details. Und ich schaffte tatsächlich schon beim ersten Montags-Turnier 2017 den Sprung auf 35,5.

Ich wünsche euch ein schönes Spiel!
Euer Didi