Ich hab da mal ne Frage

Golf ist reich an englischen Fachbegriffen, an merkwürdigen Zusammenhängen, an hilfreichen Kleinigkeiten, ...

Zum Glück lässt es sich auch ohne umfassendes Fachwissen freudvoll Golf spielen. Und zum Glück werden uns immerzu Fragen gestellt, deren Antworten wir hier nach und nach zusammenfassen. Wenn Dir eine golferische Frage unter den Fingernägeln brennt, dann schicke uns eine Email oder sprich uns in den Sekretariten an. Wir werden Eure Anliegen nach und nach an dieser Stelle behandeln.

 

Was ist ein Loft?

Loft kann man in typisch deutscher Wortaneinanderreihungsmanier umschreiben mit Schlagflächenschrägstellungswinkel. Gemessen wird dieser Winkel aus der Vertikalen und bei einer neutralen Schlägerstellung.

Wenn nun der Loft eines Driver ein 10,5° auf dem Schlägerkopf angegeben ist, bedeutet dies, dass die Schlagfläche lediglich um 10,5° gekippt ist. Das Lob-Wedge hingegen als Schläger mit dem größten Loft ist häufig mit 60° gegenüber der Vertikalen angestellt.

Dabei resultiert aus einer größeren Gradzahl ergo stärker gekippten Schlagfläche nicht zwangsläufig eine höhere Ballflugkurve. Viel mehr kann man einen steileren Winkel beim Abflug vom Schlägerblatt und beim Auftreffen auf dem Rasen beobachten.

Mit welcher Gradzahl ein Hersteller seine (Eisen-)Schläger produziert, unterliegt im Übrigen keiner Din-Norm. Eine grobe Daumenpeilung ist ein Pitching-Wegde bei 45° und eine Abstufung um 4° mit jedem Schlägerschritt in beide Richtungen. Je nach individueller Schwungdynamik hat dies zur Folge, dass der Unterschied in der Ballflugdistanz („carry“) mit jedem Schritt weniger Loft recht konstant um 6-8 Meter zunimmt.

Was ist ein PAR?

Das PAR einer Golfbahn gibt an, wie viele Schläge professionelle Golfer*innen im Durchschnitt vom Abschlag bis zum Einlochen brauchen. Er kann Werte zwischen 3 und 5 annehmen. In ganz seltenen Fällen findet man sogar PAR6-Löcher. Dabei ist die Länge der Golfbahn die Grundlage für die Zuteilung des PAR.

Für Golferinnen gilt:
PAR3 – bis 200m
PAR4 – 180 bis 380m
PAR5 – 340m bis 550m
PAR6 – ab 520m

Für Golfer gilt:
PAR3 – bis 240m
PAR4 – 220 bis 450m
PAR5 – 410m bis 650m
PAR6 – ab 610m

Man kann diese Längenangaben in etwa so interpretieren: auf dem Grün braucht der Profi immer zwei Putts; zieht man diese zwei Putts vom PAR-Wert der Bahn ab, bleibt die Anzahl der weiten Schläge.

Addiert man die PARs von allen Löchern auf einem 18-Loch Platz, erhält man häufig einen Wert von 72. Es ist dann also ein PAR72-Platz, aufgeteilt in vier PAR3, zehn PAR4 und vier PAR5. Der PAR-Wert einer Bahn oder des Platzes sagt dabei noch nichts über den Schwierigkeitsgrad aus.

| LINK | zu weiteren Informationen auf der Seite des Deutschen Golfverbands

Was ist mit Schenken gemeint?

Golfschläge sind unterschiedlich schwer. Einen Ball 86m weit zu schlagen, ist noch keine Kunst. Den Abschlag auf Bahn 3 des Kurses Universität aufs Grün zu bringen, ist schon trickreicher. Einen Putt aus 10m einzulochen, darf schon mal gefeiert werden. Einen Putt aus 10cm zu versenken, ist wiederum von überschaubarer Komplexität.

Im Lochspiel gibt es das Prinzip „Schenken“. Wenn der Putt der Gegenpartei so nahe am Loch liegt, dass ein Einlochen mehr als wahrscheinlich ist, kann man dies sportlich fair anerkennen und den nächsten Schlag schenken. Man nimmt dann schlichtweg an, dass der nächste Putt den Weg ins Loch finden würde. Dieser geschenkte Putt wird für das Lochergebnis der Gegenpartei als ein ausgeführter Schlag gezählt, obwohl der Ball aufgenommen und in echt nicht geschlagen wird.

Dieses Prinzip des Schenkens darf man bei Zählspiel-Turnieren nicht anwenden. Bei privaten, nicht vorgabenwirksamen Runden hingegen haben viele Beteiligte dadurch einen Vorteil:

  • Die „beschenkte“ Person freut über einen (imaginär) gelochten Putt.
  • Die anderen Spielgruppen freuen sich über ein zügiges Spieltempo.
  • Und der Rasen um das Loch herum freut sich über jeden Fußabdruck, den er nicht über sich ergehen lassen muss. Mit Probeschwung, Schlag und Ball aus dem Loch nehmen kommt man schnell auf zehn oder mehr Fußaufsetzer…

Für die Entfernung zum Loch, ab der man auf einem Sommergrün für gewöhnlich schenkt, kann man 30cm als grobes Richtmaß nehmen. Das ist in etwa die Länge einer erwachsenen Schuhgröße. Weil der Ball auf einem Wintergrün bekanntlich weniger gut rollt, hat sich hier eine Schlägerlänge als Maßstab etabliert.

Wir haben da mal ne Antwort

Zu folgenden Schlagwörtern haben wir schon Fragen erhalten und Antworten formuliert:

21.10. | Loft

25.10. | (Putts) schenken

26.10. | PAR